Flieg nicht so hoch, kleiner Hahn – Roosters enttuschen zur Crunch-Time

Hhne im Hhenflug„, so titelte ich noch im September anlsslich des ersten Spielwochenendes der DEL Saison 2006/2007. Nach einem 6:0 Punkte Wochenende fanden sich die Iserlohn Roosters auf Platz 2 der Tabelle wieder. Dass diese Serie nicht ewig halten wrde, war jedem klar. Immerhin ist Iserlohn ein Underdog in der Liga. Man verfgt weder ber einen finanzkrftigen Grosponsor, noch ber eine moderne Arena. Im Konzert der Groen aus Kln, Dsseldorf, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Mannheim, … hat man mehr die Rolle der aufsssigen Gallier inne, die sich allen Unbilden zum Trotz nicht unterkriegen lassen wollen.

Vermutlich htten die Roosters (dt.: Hhne) sich besser Condors nennen sollen, sind diese doch bekannt fr ihre Ausdauer in den groen Hhen der Anden. So wie auch Hhne in freier Wildbahn nicht fr Hhenflge bekannt sind, ging es auch mit den Roosters nicht lange gut. Nach 21 Spieltagen hatte man immer noch Platz 6 inne und stand damit noch auf einem Platz, der zu Saisonende die direkte Playoff-Qualifikation bedeuten wrde, doch auch dort war fr das sauerlnder Federvieh die Luft zu dnn. Niederlage um Niederlage wurde erspielt und vielfach wurde gertselt, ob das Team mit der Zeit schlechter wurde, oder die Gegner einfach nur besser. Wie so hufig liegt die Wahrheit vermutlich irgendwo dazwischen.

Mittlerweile muss man in Iserlohn der Tatsache ins Auge blicken, dass man in den nur noch 13 zu absolvierenden Partien wohl nur schwerlich die 8 Punkte aufholen wird, die man bentigt um auf Platz 10 zu kommen und damit die Qualifikation fr die neu eingefhrten Pre-Playoffs zu schaffen, in denen die Teams der Pltze 7-10 die beiden Teams ausspielen, die dann in der ersten Playoff-Runde auf die beiden erstplatzierten Teams der Liga treffen.

Was sind die Grnde fr diesen Niedergang? Sind es teils langwierige Ausflle von Schlsselspielern? Ist es die ber die Saison gesehen miserable Verwertung von berzahlchancen (9.91% und damit letzter Platz)? Ist es die Qualitt des Kaders und das Phlegma einzelner Spieler oder gar die Arbeit des brandneuen Trainer-Gespanns aus Chefcoach Geoff Ward und seinem Assistenten Bernd Haake? Die Fans der Roosters jedenfalls scheuen sich dieser Tage nicht so ziemlich jede Personalie bis hinauf zum sportlichen Leiter der Roosters, Karsten Mende, in Frage zu stellen. Immerhin war er es, der im Alleingang einen Groteil des Kaders gescoutet und verpflichtet hat und erst im Juni mit Geoff Ward einen neuen Coach verpflichten konnte, der bis auf eine verkorkste Saison beim damaligen Zweitligisten Bad Nauheim keinerlei Europaerfahrung, aber exzellente Kontakte und einen guten Ruf aus der Organisation der Edmonton Oilers vorweisen konnte. Vor wenigen Tagen erst verkndete man aber auch nchste Saison mit Ward zusammenarbeiten zu wollen, sollte dieser kein Angebot aus der NHL erhalten.

Die Fans jedenfalls sind verwirrt. Kaum einmal lautet das Saisonziel nicht mehr nur Nichtabstieg (denn der sportliche Abstieg wurde mit dieser Saison abgeschafft, da er zuvor de facto eh nie umgesetzt wurde), laufen die Roosters Gefahr zum ersten Mal das selbst gesteckte bescheidene Ziel zu verpassen. Angesichts der in der ersten Saisonhlfte gezeigten Leistungen und Ergebnisse darf man sich zurecht fragen, warum dieses Team nicht mehr in der Lage ist das Tor zu treffen. Lediglich 2 von 17 Spielen mit weniger als drei erzielten Treffern konnte man in der regulren Spielzeit gewinnen. Andere Teams haben solche Zahlen gar nicht vorzuweisen, weil sie so viele Spiele mit so wenigen Toren gar nicht vorzuweisen haben.

Die letzten 13 Spiele drohen nun zu einer langen und fr den zahlenden Zuschauer wenig attraktiven Abschiedstournee zu werden. Zwei Verteidiger und vier Strmer aus dem aktuellen Team sind fr kommende Saison bereits unter Vertrag. Hinter vielen Personalien stehen Fragezeichen und angesichts der sportlichen Entwicklung ist man leicht dabei jeden Einzelnen der Spieler in Frage zu stellen. Die Fhrung der Roosters wird sich viele Entscheidungen treffen mssen und wird diese den Fans auf den immer sprlicher besetzten Rngen verkaufen mssen. Eine weitere Saison wie diese, die vielversprechend beginnt und dann so desolat endet, wird man kaum an den Kunden verkauft bekommen. Leider bleibt der letzte Eindruck immer als der bleibende hngen.

Whrenddessen ziehen die Kondore der Liga, die eigentlich Adler sind und aus Mannheim kommen, weiterhin ganz oben ihre Kreise. An der Bande mit einem Trainerduo, dass in gleicher Konstellation schon in Iserlohn einiges bewegte. Gute alte Zeiten…