Blitzeis

Das Wetter meint es zum Abschluss dieses Jahres einmal wieder nicht gut mit uns. Die letzten weißen Weichnachten sind schon ein paar Jahre her. Ich erinnere mich noch mit den Jungs auf der Wiese hinterm Studentenwohnheim eine Schneeballschlacht veranstaltet zu haben und anschließend gings mit Tüten bewaffnet tief in der Nacht auf zum Danztum. Stattdessen müssen wir uns mit Regen oder trockener Kälte begnügen.

Kurz nach Mitternacht machte ich mich gerade auf dem Weg zum Bankautomaten. Ist ne blöde Angewohnheit von mir das nachts zu machen, aber da habe ich wenigstens meine Ruhe und bekomme einen Parkplatz. Wie dem auch sei, ich gehe aus dem Haus und lege mich beim ersten Schritt gleich beinahe tierisch auf die Schnauze. Der Boden ist von einer feinen kaum sichtbaren Schicht Eis überzogen. Wie auf Eiern und nach Halt suchend kämpfe ich mich die 30 Meter bergab zu meinem Stellplatz.

Dort angekommen finde ich dann genau vor, was ich befürchtet hatte: Meinen Wagen in einer millimeterdicken Schicht transparenten Eises eingepackt. Genau die Art von Eis die man nicht wegkratzen kann. Ganz abgesehen davon, dass meien Nachbarn sich gefreut hätten, hätte ich nach Mitternacht angefangen Eis zu kratzen. Also sitze ich minutenlang im Wagen und tue was weder Umwelt noch Motor besonders mögen – den Wagen im Stand warmlaufen lassen. Ist wirklich doof wenn man keine beheizbare Frontscheibe hat.

Wie auf Eiern fuhr ich dann auch los. Bremstests bestätigten mir, dass ich schon sachte fahren musste und soweit ging auch alles gut. Ich habe den Wagen dann später nicht mehr auf meinem Stellplatz abgestellt, sondern geschätzte 5 Meter Weg gespart und mich an den Straßenrand gestellt. Vorsichtig und mit neuem Bargeld (und ein paar Burgern) bewaffnet, bin ich dann wieder ins Haus gekrebst. Als nützlich erwies es sich dabei nach Möglichkeit mit einem Fuß durchs Grün zu streifen oder gleich ganz über die Wiese zu gehen. Lieber abgebrochenes tiefgefrorenes Gras auf der Wiese, als einen geprellten Steiß…