Ship it! – A Practical Guide to Successful Software Projects

Agile Softwareentwicklung ist in aller Munde und hat sich zu einem Hype entwickelt. Unter der Fahne der agilen Softwareentwicklung segeln dabei so bekannte Schiffe wie XP (Extreme Programming) und Scrum, bei denen es sich um Vorgehensmodelle im Projektmanagement handelt. In der Praxis sieht es aber so aus, dass man nicht mal eben eine komplette Abteilung alles anders machen lassen kann, nur weil es so in einem Buch steht.

Ship It! ist auch eines dieser Bücher, aber es verfolgt nicht den Ansatz den Leser von einem bestimmten Projektmodell zu überzeugen und alles andere zu verdammen. Stattdessen verfolgt das Buch einen pragmatischen Ansatz (logisch, es stammt ja aus dem ‚Pragmatic Programmers‘ Bookshelf) und stellt diverse Tools und Arbeitsweisen vor, die sich in der langjährigen Praxis der Autoren in unterschiedlichsten Umgebungen bewährt haben.

Buchcover: Ship It! - A Practical Guide to Successful Software Projects

Immer wieder wird betont, dass diese Tools und Praktiken daraufhin getestet werden sollen, ob sie im eigenen ganzen speziellen Fall funktionieren und praktikabel sind. Während andere Bücher einfach nur sagen „Mach das, weil das macht man heutzutage halt so.“ und Techniken und Tools damit zum Dogma machen, erklären Richardson und Gwaltney wozu eine Technik im Detail dient und wie sie sich im Arbeitsalltag auswirken kann. So erhält man auch Argumente aus der Praxis heraus, die man gut in eigenen Präsentationen und Diskussionen benutzen kann und anhand derer einem so einiges wie Schuppen von den Augen fällt.

Für den praktischen Einsatz geben sie dem Leser Punkte an die Hand, anhand derer sie erkennen können, ob eine Technik richtig eingesetzt wird und funktioniert und was zu tun ist, wenn es zunächst nicht so recht klappen will.

Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, egal ob er in einem großen Team oder als One-Man-Show arbeitet. Es liest sich sehr angenehmen, bringt die Dinge schnell und verständlich auf den Punkt und ist weder besonders dick noch teuer und vor allem redet es einem kein schlechtes Gewissen ein.
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