Deutsche Eishockey Liga: Hähne im Höhenflug

Wer vor dem ersten Wochenende der DEL-Saison 2006/2007 prophezeiht hätte, die Iserlohn Roosters würden mit 6:0 Punkten an Platz 2 der Tabelle stehen, hätte sicher die Lacher auf seiner Seite gehabt. Nun ist das erste Saison-Wochenende vorbei und nach den überzeugenden Siegen gegen den Meisterschafts-Favoriten aus Düsseldorf (5:1) und bei den zum erweiterten Kandidatenkreis gezählten Frankfurtern (2:1), reibt man sich beim Blick auf die Tabelle verwundert die Augen.

Fast meinte man ein kleines gallisches Dorf probe den Aufstand. Dabei hatte man zunächst eher mit 0 Punkten rechnen müssen. Erst am ersten Spieltag lichtete sich in Iserlohn das Lazarett und einige der sechs zuletzt ausgefallenen Spieler bissen die Zähne zusammen. Lediglich auf die Angreifer Rochefort, Purdie und den siebten Verteidiger Sebastian Jones musste man weiterhin verzichten. Doch selbst in Bestbesetzung waren die Spiele auf dem Papier eine klare Angelegenheit.

Doch anstatt sich ihrem vermeintlichen Schicksal zu ergeben, nutzten die Schützlinge von Coach Geoff Ward die Gunst der Stunde. Mit viel Tempo, Engagement und Konzentration egalisierten sie die individuelle Klasse ihrer beiden Gegner, die mit Anlaufschwierigkeiten und noch 0 Zählern am Ende der Tabelle stehen. Der zunächst als übermäßig hart empfundene Spielplan zu Saisonbeginn, stellt sich im Nachhinein als Chance heraus. Die Teams der Düsseldorfer und Frankfurter müssen sich nach personellem Umbruch im Sommer erst noch finden. Das Meisterteam aus Berlin, bei dem die Iserlohner am Freitag gastieren, hat noch reichlich offene Stellen für hochkarätige Neuzugänge. Am Freitag aber, wird die Pagé-Truppe für Iserlohn so schlagbar sein, wie vielleicht die ganze Saison nicht mehr. Ihre gestern erlittenen 6 Gegentreffer in einem Heimspiel sprechen eine deutliche Sprache, zumal Rochefort und Purdie den Roosters voraussichtlich zum Wochenende wieder zur Verfügung stehen werden.

Dabei hatte man aber bisher gar nicht Eindruck, dass sie fehlen würden. Wie aus einem Guss präsentierten sich die Roosters, obwohl oder vielleicht gerade weil mit Förderlizenzspieler Schymainski und den Eigengewächsen Potthoff, Sondermann und Kracht gleich vier Nachwuchs-Cracks das Vertrauen des Trainers und sogar Eiszeit in Über- und Unterzahl bekamen. Fragten sich die Fans vor dem Saisonauftakt noch, ob die Tiefe des Kaders für die lange Saison reichen würde, ist man nun bereits an einem Punkt, wo man sich die Rekonvaleszenten gar nicht so recht zurückwßnschen mag, weil es einfach unheimlich viel Spaß bereitet den „jungen Wilden“ bei ihren ersten Spielen in Deutschlands höchster Spielklasse zuzuschauen.

Bei aller momentaner Euphorie sollte man die Ansprüche an das Team nun aber nicht zu weit nach oben schrauben. Die Gegner sind zum Teil noch nicht so ganz „im Saft“ und haben zweifelsohne mehr Potenzial zu Steigerungen als die Roosters, obwohl diese mit Rochefort einen Kämpfer und mit Purdie einen erfahrenen Spielmacher zurückbekommen werden. Wie zu vernehmen war hat sich auch ein aktueller deutscher Nationalspieler angeboten. Allerdings muss dieser noch seinen laufenden Vertrag auflösen. Weiterhin glüht bei Manager Karsten Mende derzeit der Draht auf der Suche nach einem weiteren Ausländer. Hier sollen die Gepräche beireits recht weit sein.

Man wird also abwarten müssen, ob der Höhenflug der Roosters weitergeht und ob die Gockel aus dem Sauerland auch weiter im DEL-Zoo Löwen, Bären und alles weitere Getier zu Tode picken werden. Nach dem besten Start der eigenen DEL-Geschichte sind jedenfalls alle bester Dinge. Kaum auszudenken was geschehen mag, wenn auch noch das am ersten Wochenende erfolglose Powerplay Fahrt aufnimmt. Für die voraussichtlich im kommenden Jahr stattfindenen Umbaumaßnahmen an der Eissporthalle am Seilersee könnten sich noch einige Reparaturen anschließen, weil die Stimmung des begeisterten Anhangs bei den Heimspielen regelmäßig das Dach abhebt und den Untergrund erzittern lässt…

Kommentare (4)

  1. Die Frage ist, ob die gute alte Halle so eine Stimmung überhaupt noch aushält!?

    So eine Stimmung wie gegen Düsseldorf habe ich Jahre nicht mehr am Seilersee erlebt und es bleibt zu hoffen, dass es nicht aufhört wennn wir nicht mehr oben in der Tabelle stehen sollten (was natürlich das Worst Case Scenario wäre).

  2. Wrst du gestern mit in Frankfurt gewesen, httest du das volle Konstrastprogramm gehabt. Die sind ja echt mundtot. OK, die hatten auch nicht viel Grund zur Freude.. ;)

  3. Ja reite drauf rum….Ich wollte hin, hatte aber keine Zeit :-(

  4. Pingback: Alexander Langer » Flieg nicht so hoch, kleiner Hahn

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