Konzert: Yeah Yeah Yeahs – Live in der „Live Music Hall Cologne“

Nach etwas längerer Auszeit war am 29. Mai 2005 endlich wieder Konzert-Zeit. Schon lange im Voraus hatte ich mir online die Tickets für die Yeah Yeah Yeahs in der Live Music Hall in Köln besorgt. Die Vorfreude war groß und auch die Erwartungen. Wir hofften darauf, dass die drei live ähnlich gut abgehen würden wie auf den Alben und EPs.

Zunächst aber galt es noch den beiden angesetzten Vorbands zu lauschen. „Black Lips“ waren eine ganz grauenvolle Truppe. Die Jungs spielten etwas, das sich für mich ein wenig nach Beatles anhörte, der Gesang jedoch war ebenso unverständlich wie die Ansagen des Sängers und Lead-Gitarristen. Letzterer hatte eh nen ziemlichen Knall, spielte belanglose Soli als wäre er der reinkarnierte Jimi Hendrix (nur eben bei weitem nicht so gut) und fands wohl ziemlich cool dauernd die eigene Spucke wieder mit dem Mund aufzufangen. Ganz großes Tennis, Junge! Nach dem „We’re from Atlanta, Georgia.“ standen allen Umstehenden nur noch Fragezeichen im Gesicht. Die Band ist ein gefundenes Fressen für jeden Logopäden…

„Celebration“ waren ein interessantes Trio. Man begnügt sich mit der Lead-Sängerin, einem Drummer und einem Orgel-Spieler/Gitarristen, der über die Pedale noch für Bass sorgte. Musikalisch erinnerte mich das Ganze mal an Portishead (ohne so orchestral daherzukommen), was stark auch an der Sängerin und ihrer Art lag mit den Tönen und ihrer Stimme zu spielen. Wurden sie etwas schneller, fand ich sie den Yeah Yeah Yeahs nicht unähnlich.

Dann gings nach Umbau und kurzem Soundcheck endlich los. Mein erstes Gefühl mit den dreien und ihrem Zusatzmann war „Alles stimmt.“. Jeder hat von seinen Bands mal Bilder gesehen, in Interviews, im Fernsehen, im Booklet, auf der Website, etc. Zusammen mit der Musik und den Interviews macht man sich ein Bild und das fleicht man dann mit dem ab, was man schlussendlich live zu sehen bekommt. Für mich waren sie dieselben wie noch bei den MTV Movie Awards vor zwei oder drei Jahren, als ich sie das erste Mal wahrnahm. Die Outfits stimmten, Karen wirkte live deutlich asiatischer als auf den Fotos und alle gingen richtig ab und sie waren, wie Astrid sagen würde, so richtig schön „dreckig“. Die Songs kamen rüber wie man sie von Tonträgern kannte, kieine superdollen und fürs Live-Publikum immer etwas ätzenden Variationen, keine Experimente, sondern alles authentisch hart in die Fresse gerockt. Karen war so richtig schön durchgeknallt, hat geschrien und gespielt und alle Töne saßen dabei. Nick wirkte wie man ihn mient zu kenne, wie Edward ohne Scherenhände und Brian schwitze sich tot und hatte richtig Spaß (Karen auch, zwischendurch musste sie mehrmals kurz lachen).

Es war einfach ne geile Zeit mit den dreien, die man einfach mögen muss. Kein Gelaber, keine Messages (außer, dass „Maps“ ein Liebeslied ist), sondern Rock und Authentizität. Als ich nach dem Konzert total nassgeschwitzt noch das allerletzte Fan-T-Shirt mit Frankenstein-Motiv ergatterte, war der Abend perfekt.

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