1Live – Das erste Mal

EinsLive ruft

Am 28. April 2004 war es wieder soweit. Zum fünften Mal hieß es dank des Radiosenders 1Live „Das erste Mal“ in der satt vorher ausverkauften Zeche in Bochum. Die Lineup konnte sich sehen und hören lassen: Toni Kater, Etwas, Winson, Kid Alex, Mia.

Toni Kater bei EinsLive - Das Erste Mal

Toni Kater
Die Berliner hatten es vielleicht am schwersten an diesem Abend. Mit persönlich war nur „Wo bist du?“ bekannt, von einigen anderen im Raum bekam ich mit, dass sie etwas besser informiert waren. Im Großen und Ganzen sicher ein guter Auftritt einer guten Newcomerkünstlerin/-band, aber für das anwesende Publikum sicher ne Ecke zu ruhig und nachdenklich.

Etwas bei EinsLive - Das Erste Mal

Etwas
Die Metal-Rocker um Frontfrau-Bassistin Sydney kamen aus Leipzig und gingen echt gut ab. Ist nicht unbedingt Mucke, die ich mir privat reinziehen würde, aber sie spielten nen guten Turn, heizten ordentlich ein und singen kann die Kurze auch. Nur über die präferierte Länge der Haare könnten sich die Jungs mal einig werden… ;-)

Winson bei EinsLive - Das Erste Mal

Winson bei EinsLive - Das Erste Mal

Winson
Des einen Glück ist des anderen Pech – da Spillsbury kurzfristig wegen Krankheit absagen mussten, sprangen Winson ein. Mensch, da war ich ja mal gespannt, was das geben würde. Da wir ja alle nur „Wovon lebt eigentlich Peter?“ kannten, rechneten sicher viele mit einem One-Hit-Wonder. Zunächst einmal kam der Sänger (Kommentar meiner Begleitung: „Die coole Sau!“) alleine und rap-sing-sangte sich einen aufs Rhythmusgerät-Dingensbums.
Erster Gedanke: „Ne, wo? Und das jetzt ne dreiviertel Stunde lang?“ Ich meine, es war irgendwo scheiße cool. Ich stand nur da, staunte und grinste mir einen ob der dargebotenen Coolness. Das Publikum kam der Aufforderung den Arsch zu shaken grinsend nach und dann wurden peu a peu die übrigen vier Leute der Band (alles beruhigte sich wieder etwas, weil nun klar war „Ja, Winson sind mehrere.“) auf die Bühne gerappt. Scheiße, die Jungs sind schon stylingtechnisch far cooler than cool – ice-cold!
Und dann ging et mal richtig ab. Songtechnisch gings echt derbe, coole Texte, coole Mucke, immerwieder mit coolen Beats, aus diesem kleinen Ding mit den Knöpfen und Reglern kommend, untermalt. Und was das geilste war: Die Jungs haben nicht einfach nur Songs gespielt – die Jungs haben performt und dabei die Scheiße fett gerockt! Das Publikum war total aus dem Häuschen und ich selbstredend auch. Unglaublich, das wir zu hören bekamen, dass dies erst das zweite Konzert in ihrem Leben ever gewesen sein sollte! Die Art und Weise wie sie auf der Bühne abgingen, die Selbstverständlichkeit und immerwieder die Interaktion mit den Peoplz – Respekt! Respekt! Respekt!
Schlussendlich verließen sie die Bühne unter tosendem Beifall der begeisterten und schwer beeindruckten Hörer und Shaker. Winson, ihr ward echt die Burner und ganz sicher kein One-Hit-Wonder!

Und was blieb hängen? „Liebeskummer ist Luxus, Baby!“
Recht ham se!

Kid Alex bei EinsLive - Das Erste Mal

Kid Alex
Wir schreiben das Jahr 4 des dritten Jahrtausends. Die ganze Zeche ist von zuckenden und schreienden Leibern besetzt. Die ganze Zeche? Nein! Ein überdurchschnittlich alter Typ im MIA.-Shirt in Reihe zwei vor der Bühne verzieht keine Miene und macht keine Anstalten auch nur im geringsten abzugehen…
Was war passiert? Kein Zaubertrank mehr? Ne, nix da. Da bringt auch Zaubertrank nichts mehr. Im Gegensatz zum Rest der Besucher kannte ich wohl nur ein Lied von Kid Alex. Okay, no prob, dafür waren wir ja gekommen, woll? Dummerweise kann ich nix damit anfangen, wenn einer ne dreiviertel Stunde lang singt und ich in der Zeit maximal ein Dutzend Wörter und Wortfetzen verstehe. Wozu singt denn dann überhaupt einer? Da kann er ja gleich ins Mike rülpsen..
Nein, hier war ich definitiv der Spalter, denn Kid Alex konnte(n) mich nicht überzeugen. Ich mag den Style und die Performance nicht. Einzig Drummer und Bassist (Ähnlichkeit zum Gitarrero von RATM / Days of the New nicht ausgeschlossen) fielen mir positiv auf.

MIA. bei EinsLive - Das Erste Mal

MIA. bei EinsLive - Das Erste Mal

MIA. bei EinsLive - Das Erste Mal

MIA.
Hm.. was könnte ich über MIA. schreiben, was ihnen und dem Auftritt in irgendeiner Art & Weise gerecht werden würde? Genau! Gar nichts!
Nach den ersten drei Titeln keuchte ich nur noch. Fresse, ich hatte ganz vergessen wie anstrengend springen, hüpfen, tanzen und singen sein kann! Ich kann einfach nur sagen, dass mich MIA., so wie ich es erwartet und erhofft hatte, mich total umgehauen haben. Was dieser kleine zierliche Körper, was diese Band für eine Energie und eine Vibe haben ist echt nicht in Worte zu fassen. Und das beste: Ich hoffte den ganzen Abend auf „Sonne“ und als vorletzter Track kam sie dann endlich. Quasi exklusiv nur für mich, den Typen in dem gelben MIA.-Shirt, der noch vor wenigen Wochen nur ein oder zwei Lieder kannte und sich schon nen Ast auf den Burgrock freut!
Auch die Schlagzeug-Tuba-Version von „Was es ist“ schlug ein wie eine Bombe und allein Mieze abrocken gesehen zu haben war schon ein Erlebnis! Da sprang der Funke total über und zwar in beide Richtungen. Die Menge tobte und MIA. gaben alles. Immerwieder Miezes Augen, dieser Blick, dieses Lächeln, diese feine zarte Art, die Ausdruck ihrer Zufriedenheit und Liebe zur Musik und zu den Fans war – das ist es, „was es ist“ und das ließ mir das „hungrige Herz“ mit „Sonne“ erstrahlen, bei meinem „ersten Mal“.

Allen zusammen gebührt mein Respekt für ihre Liebe und Dedication to Music und mein Dank für einen wunderschönen Abend!

Den passenden Artikel und zwei Foto-Gallerien gibts hier: http://www.einslive.de/dersektor/die_events/das_war_…_das_erste_mal_2004.phtml

P.S.:
Mein Tipp: Nächstes Jahr werden Winson als Paten der Veranstaltung erneut bei „Das erste Mal“ dabei sein.