Doppelt aufgepeppt: Der Datenschutz bei Google Analytics

Google reagiert endlich auf die hiesigen Datenschutzbestimmungen und die offene Kritik an seiner Besucher-Tracking-Lösung Google Analytics. Diese war Datenschützern von jeher ein Dorn im Auge, da zum Einen lediglich Googles Wort die erhaltenen Daten nicht intern weiterzuverwenden existierte und zum Anderen der ahnungslose User im Web keine Möglichkeit hatte sich vor der Erfassung durch den Suchmaschinen-Riesen zu schützen.

Diese Kritikpunkte fasst Google nun selbst von zwei Seiten an:

  1. Mit einem Browser-Plugin ist es Usern nun möglich den Google Analytics Tracking Code nicht mehr ausführen zu lassen. Der Seitenbetreiber erhält ensprechend für die so getätigten Aufrufe keine Informationen mehr in der Analytics Auswertung.
  2. Dem Website-Betreiber selbst stellt Google eine Erweiterung der Google Analytics API zur Verfügung. Die Methode _anonymizeIP() sorgt im Tracking Code der Website eingebaut dafür, dass von der IP Adresse nur noch die ersten drei von vier Bytes gespeichert werden. Dadurch ist nur noch eine grobe aber ausreichende Lokalisierung des Zugriffs möglich und Google kann mit den gesammelten Daten so kein Benutzerprofil aufbauen (Was man nach eigener Aussage auch zuvor nie getan hat.)

Website-Betreiber die Google Analytics einsetzen können mit der IP Anonymsierung ihren Teil dazu beitragen rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Zu befürchten ist allerdings, dass zukünftig Betreiber abgemahnt werden, wenn sie von dieser Möglichkeit nicht Gebrauch machen (Unkenntnis schützt bekanntlich nicht vor Strafe). Was das Browser Plugin angeht ist dies derzeit nur für Microsoft Internet Explorer 7 und 8, Google Chrome >= 4.x und Mozilla Firefox ab Version 3.5 verfügbar. Nutzer von Opera und Safari schauen demnach in die Röhre.

Nur die Zeit wird zeigen wie viele die Beiträge Googles zum Schutz der Privatsphäre nutzen werden und wie sich dies auf diese auf die Statistiken der Seitenbetreiber auswirken werden. Glücklicherweise gibt es neben Google Analytics auch noch andere, teils quelloffene Systeme wie Piwik, welches einen Großteil der GA-Funktionen abdeckt und bei dem die Daten allein beim Betreiber bleiben. Übrigens bietet Piwik bereits seit einiger zeit die Möglichkeit der Anonymisierung. Anders als bei Google Analytics lässt sich diese in der Verwaltungsoberfläche als Standard setzen, indem man das mitgelieferte Plugin AnonymizeIP aktiviert. Zusätzlich kann man über einen Parameter in der Konfigurationsdatei bestimmen, ob mehr als nur das letzte Oktett der IP-Adresse anonymisiert werden soll. Warum die cleveren Jungs von Google nicht auf diese Idee gekommen sind, bleibt unklar.

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Ob uns diese Änderungen jetzt endlich Rechtssicherheit in Deutschland für den Einsatz Von Analytics bringen werden? Ich glaube es irgendwie nicht. Alleine der Punkt der Datenübertragung in die USA ist ein strittiger Punkt bei den Datenschützern. Aber warten wir mal ab.

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