Keine Blockbuster Moves: St. Louis Blues überstürzen nichts

25 Jahre in Folge waren die Blues in den Playoffs. Das Ende dieser Serie markierte den Beginn einer noch andauernden (Mini-)Serie von 3 aufeinanderfolgenden Spielzeiten ohne Playoff-Teilnahme. Doch trotz des Versprechens der neuen Besitzer, die Blues wieder unter die Top-Teams der Liga zu führen, verfällt man nicht in Panik.

Während andernorts in der Liga die Stars auf dem freien Markt gejagt und neue Rekordverträge unterzeichnet werden, geht es in St. Louis recht beschaulich zu. Doch obwohlsich im Team nur sehr wenig geändert hat, kann man sich als Fan auf die neue Saison freuen. Grund hierfür ist das zu erwartende Wachstum von innen heraus. Schauen wir uns das Team einmal in Ruhe an:

Tor:

Mit Chris Mason hat man einen Goalie in den Mix aufgenommen, der Legace entlasten und Toivonen aus der Schusslinie nehmen kann, um seine Entwicklung (sollte man an der noch interessiert sein) nicht zu gefährden.

Verteidigung:

Die Defense der Blues kann sich sehen lassen. Was ihr zuletzt aber deutlich fehlte, waren Spielmacherfähigkeiten, um zum einen die Stürmer besser in Szene zu setzen, die Scheibe damit auch schnell aus der Verteidigung heraus zu bekommen und zum anderen, um das Powerplay anzutreiben. Mit Erik Johnson verfügt man lediglich über einen Rookie-Offensivverteidiger. Hinter den vier gesetzten Defendern kämpften Matt Walker (43 Spiele), Jeff Woywitka (27 Spiele),  Steve Wagner (24 Spiele), Roman Polak (6 Spiele) und Ex-Berliner Micky Dupont (2 Spiele) um Eiszeit.

Zur kommenden Saison eröffnen sich interessante Perspektiven. Als Ergänzung für die Denfensive hat man den 30jährigen Mike Weaver verpflichtet. Mit Spannung erwartet man aber das Training Camp von Alex Pietrangelo. Der 2008er Erstrundenpick der Blues (#4) wäre laut Scouts in anderen Jahren problemlos die #1 gewesen. Sie bescheinigen ihm die möglicherweise beste Zukunft aller in diesem Sommer gedrafteten Verteidigern, halten ihn aber für noch nicht ganz so weit entwickelt, wie die vor ihm gezogenen Kollegen. Er selbst gibt sich kämpferisch und will es auf jeden Fall ins Team schaffen. Der 190cm große und 94kg schwere Pietrangelo hat Ex-Blues Captain Chris Pronger zum Vorbild und gilt bereits als weiter, als er im selben Alter. Er könnte der Spieler sein, den Coach Andy Murray benötigt um mit mehr Puckkonrolle und Offensive von hinten heraus agieren zu können.

Sturm:

Wenn es in der Offensive nicht klappt, tut man sich leicht damit den Stürmern die Schuld in die Schuhe zu schieben. So einfach machen es sich die Verantwortlichen der Blues nicht und setzen auf Kontinuität und die Fähigkeiten ihrer Spieler. Durch das generelle Problem beim Toreschießen haben einige Spieler punktemäßig deutlich schlechter als zuletzt abgeschnitten. Das heißt jedoch nicht, dass die Jungs das Toreschießen verlernt haben.

Interessant dürfte auch das Training Camp werden, denn allem Anschein nach geht man davon aus, dass T.J. Oshie, Erstrundenpick der Blues 2005 (#24) es ins Team schaffen kann und soll. Scouts sprechen ihm das Potenzial zu, es zu einem Erste-Reihe-Spieler zu bringen.

Platz dürfte es im Team geben, denn an dem implodierten Martin Rucinsky bestand schon früh kein Interesse mehr und aus persönlichen Gründen zog es den dienstältesten Spieler der Blues, Jamal Mayers, zurück nach Toronto. Seinen Part beim Forechecking könnte Perron einnehmen, doch seine Position in Unterzahl bleibt  erstmal noch vakant.

Ausblick

Wie ein Team abschneidet hängt nicht zuletzt auch davon ab, wie seine Gegner spielen und in den Divisions, mit denen es die Blues mit Vorliebe zu tun bekommen, gab es bereits eine ganze Reihe hochkarätiger Verpflichtungen. Die Blues verfügen über eine Reihe von großen Talenten im Alter von Mitte 20 und darunter. Das ist einer der Vorteile von schlechten Platzierungen: Hohe Draftpicks. Zwar gibt es keine Garantien, aber der Mix sollte für ordentlich Energie sorgen und die wiederum sollte sich irgendwie im Spiel umsetzen lassen.

Trotz recht bescheidener Saisonergebnisse hatten die Blues zuletzt 20 ausverkaufte Spiele (21.000). Die Zuschauer nehmen das Produkt also an; dieselben Zuschauer, von denen sich vor wenigen Jahren im Schnitt nur 12.000 blicken ließen. Das Management hat Erfolg versprochen, doch scheint diesen vernünftigerweise nicht mit der Brechstange erzielen zu wollen.

Ich freue mich auf die neue Saison, auch wenn ich mich wohl wieder darauf einrichten kann auf NASN nicht allzu viele Spiele der Blues zu sehen zu bekommen.

Mein Tipp: Pietrangelo und Oshie schaffen es ins Team und die Blues wieder in die Playoffs.

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